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Unsere Inseltour

Wahrend unseres Urlaubs auf Gran Canaria wollten wir auch etwas von der Insel sehen. Dazu hatten wir bei unserem Reiseveranstalter die Inseltour von Süd nach Nord gebucht. Wir haben zwar häufig bei unseren Urlauben Ausflüge mit dem Mietwagen gemacht, aber als ich im Internet die Bilder mit den Serpentinenstraßen gesehen hatte, wollte ich auf Gran Canaria kein Auto fahren. Für die Tour haben wir 54 Euro pro Person bezahlt, in dem Preis waren alkoholfreie Getränke enthalten. Wir wurden am CC Sandia abgeholt, es war kein großer Bus, die Tour sollte etwa 20 Personen umfassen. Nachdem alle Teilnehmer an ihren Hotels abgeholt waren, ging es los in Richtung San Fernando und weiter ins Inselinnere. Die Reiseleiterin stellte sich vor und erzählte, dass sie schon sehr lange auf der Insel lebt und mit einem Einheimischen verheiratet sein. Wir bekamen von ihr im Verlauf der Tour sehr viele Hintergrundinformationen. Kurz vor Fataga war unser erster Stop am Aussichtspunkt Degollada Las Yeguas. Schon jetzt waren wir begeistert von der einmalig schönen Landschaft. Wir konnten nicht nur die Schlucht Barranco de Fataga, sondern auch den Süden der Insel überblicken.

Wir fuhren weiter an dem malerischen Bergdorf Fataga entlang und wurden informiert, dass es auch den Namen „Tal der tausend Palmen“ trägt. In diesem Dort hat der Künstler Friedhelm Berghorn sein Atelier. Aber auch die kanarische Handwerkskunst hat hier noch Tradition. Besonders Töpferwaren werden in dem romantischen Örtchen hergestellt. Fataga gehört zum Welterbe der UNESCO und wird auch immer mehr von Urlaubern entdeckt, die ihre Zeit auf Gran Canaria abseits der Touristenströme verbringen wollen. Wir erfahren von unserer Reiseleiterin, dass einige alte Fincas zu wunderschönen, komfortablen Landhotels umgerüstet wurden. Der Bus hielt an einem Aussichtspunkt, damit wir den schönen Ausblick auf San Bartholomé de Tirajana genießen konnten. Der Ort ist nicht nur Verwaltungssitz, sondern eine der schönsten Städte Gran Canarias. Der Name geht auf den heiligen Bartholomäus zurück, der Zusatz bezieht sich auf die Schlucht Barranco de Tirajana. Wir erfuhren, dass der Anbau von Obst eine große Bedeutung hat. So wird aus Kirschen der süße Likör Guindilla hergestellt. Der Ort liegt sehr schön im Tal, die weißen Häuser ergeben einen hübschen Kontrast zu den Palmen und den dunklen Hügeln. Wir bekamen eine Vorstellung von der landschaftlichen Schönheit Gran Canarias und waren gespannt, was uns an diesem Tag noch erwartete.



Es ging in die Bergwelt der Insel und wir konnten schon von weitem den 1.949 Meter hohen Pico de las Nieves bewundern, der neben dem 1.803 m hohen Roque Nublo aufragt. Wir gelangten durch die imposante Berglandschaft zum Aussichtspunkt des Pico de las Nieves, leider kann man nicht bis zum Gipfel hochfahren, denn ein großer Bereich dort oben ist militärisches Sperrgebiet. Die Vegetation ist von Kiefern geprägt, darüber hinaus wachsen Ginster, Wolfsmilch und Salbei. Der Pico de las Nieves ist der höchste Berg Gran Canarias, der Roque Nublo mit dem markante Basaltfelsen in Form eines Fingers ist das Wahrzeichen der Insel. Er liegt im Naturschutzgebiet Monumento natural del roque nublo, das nach ihm benannt wurde und den gesamten Berg umfasst. Die Vegetation rund um den Berg ist von Kiefernwäldern geprägt. Der Gipfelfelsen ist das älteste Klettergebiet Gran Canarias. Wer gerne wandert, kann das Plateau des Roque Nublo auf gut ausgebauten Wanderwegen erreichen. Die südöstlich an den Berg führenden Straße erreicht eine Höhe von 1.581 Metern, von dort kann man an der Aussichtsplattform La Goleta beim Bergdorf Ayacata die Wanderung starten. Zur Zeit der Guanchen, der Ureinwohner, war der Roque Nublo eine wichtige Kultstätte und galt als heiliger Berg. In Volksliedern wird der „Wolkenfelsen“ heute noch besungen. Unserer Reiseleiterin berichtet, dass es in den Wäldern noch Pozos las Nieves – Schneebrunnen – gibt. Früher haben die Einwohner der Region den gefallenen Schnee zu Eis verdichtet, das sich zum Teil über einige Monate hielt. Es wurde zum Kühlen der Lebensmittel, aber auch in Krankenhäusern verwendet. Zwei dieser Schneebrunnen existieren noch im unmittelbaren Umfeld des Pico de las Nieves.

Wir erreichten das Cruz de Tejada, wo sich mehrere Bergstraßen und Wanderwege kreuzen. Hier konnten wir terrassenförmig angelegte Gemüsefelder und Obstgärten bewundern. Das Gebiet von Tejada liegt an den Hängen des gleichnamigen Kraters, die Region ist bekannt für den Anbau von Mandeln und die daraus hergestellten Süßigkeiten. Es ging dann in Richtung Westen nach Artenara, unterwegs hatten wir immer wieder schöne Ausblicke bis nach Teneriffa. Wir hatten die Gelegenheit, das schöne Dorf Artenara am Rand des Vulkankraters Caldera de Tejeda zu bewundern. Es liegt 1.270 Meter hoch und ist die höchste Gemeinde der Insel. Der Ort ist von endlos scheinenden Kieferwäldern umgeben. Sehr hübsch ist der Ortskern mit der Kirche San Matias und den kanarischen Häusern. Die Kirche stammt ursprünglich aus dem Jahre 1630, sie wurde im 19. Jahrhundert neu aufgebaut. Sie gilt als das Wahrzeichen des Ortes und ist mit ihren zwei Türmen, die aus dem roten Stein des Tamadabagebirges gebaut wurden, ein echter Blickfang in der Ortsmitte. Im Innenraum sind Wandgemälde und ein hölzerner Altar zu sehen, die von dem Künstlers José Arencibia Gil stammen. Rund um Atenara befinden sich zahlreiche Höhlenwohnungen der Ureinwohner. Viele der Wohnungen sind heute noch bewohnt und es entstehen sogar neue. Einige wirken von außen fast wie normale Wohnhäuser, nach innen gehen sie in die alten Höhlen über. Sie schützen im Winter vor Kälte und halten im Sommer die Hitze ab. Wir erfahren, dass sie mittlerweile mit Strom und fließendem Wasser ausgestattet sind.



Mir dem Pinos de Galdar erreichten wir ein weiteres Highlight. Der Bus hielt an einem Aussichtspunkt und wir konnten den riesigen ehemaligen Vulkankrater bestaunen.  Der Aussichtspunkt bietet einen herrlichen Ausblick über den Norden Gran Canarias. Die unbewaldeten Hänge sind mit Lavagestein bedeckt. Die Umgebung ist mit Kiefern und Edelkastanien bewachsen. Man kann dort einige Höhlen der Guanchen, der Ureinwohner der Insel, entdecken. Unterhalb des Aussichtspunktes fällt der Blick in den Vulkankrater Caldera de los Pinos de Galdar In Valleseco machten wir im gleichnamigen Restaurant eine Mittagspause, wo wir leckere Tapas bestellten. Es war ein uriges Lokal, in dem die Einheimischen ihre Mittagspause verbrachten. In dem kleinen Örtchen leuchteten uns die roten Ziegeldächer der Häuser entgegen, dazwischen waren einige Wassermühlen zu sehen. Das nächste Ziel unserer Tour war Santa Brigada. Hier konnten wir einen Rundgang durch die schöne Altstadt unternehmen und die kanarischen Häuser mit ihren Holzbalkonen bewundern. Die stattlichen Häuser mit dem Blumenschmuck und die gepflasterten Gassen versprühten einen eigenen Charme, dem wir uns unschwer entziehen konnten. Im 16. und 17. Jahrhundert hatte hier der Weinanbau seine Blütezeit, heutzutage werden die Weine aus Lanzarote bevorzugt. Der Weinbau hat auf Gran Canaria keine allzu große Bedeutung mehr. Es gibt aber in Santa Brigada noch ein paar urige Bodegas. Im nahe gelegenen Töpferdorf La Atalya wird noch nach der althergebrachten altkanarischen Weise ohne Drehscheibe gearbeitet. Die Töpfer legen auf einem Holzbrett mehrere Tonwürste übereinander und formen mit der Hand die schönsten Figuren. Auch Haushaltswaren werden auf diese Art und Weise aus Ton hergestellt. Die Produkte müssen danach mehrere Stunden gebrannt werden.

Den Abschluss der Tour bildete die Caldera de Bandama. Der gewaltige Krater misst 1.000 Meter im Durchmesser und ist 200 Meter tief. Von der Aussichtsplattform des 574 Meter hohen Pico de Bandama konnten wir einen traumhaften Blick genießen. Wir konnten den nahegelegenen Golfplatz überblicken und bis nach Las Palmas schauen. Wir erfuhren, dass auf dem Boden des Kraters ein verlassenes Bauerhaus steht. Bei genauem Hinsehen konnten wir die Umrisse von Terrassenfeldern sehen. Die Umgebung des Kraters ist von Palmen, Orangen- und Feigenbäumen sowie Agaven bewachsen. Nach diesem Highlight ging es über die Autobahn zurück nach Playa del Ingles. Es war ein schöner Tag auf einer wundervollen Insel!