Willkommen

Ägypten

Bali

Formentera

Gran Canaria
Playa del Ingles
Maspalomas
Las Palmas
Inseltour

Istrien

Lanzarote

Malediven
Embudu
Summer Island


Mauritius
Flic en Flac
Péreyberè
Pointe aux Cannoniers

Sehenswertes

Paros

Sibirien

Sri Lanka

Türkei
Alanya
Kappadokien
Kemer

Tunesien

Venezuela
Isla Margarita
Los Roques
Orinocodelta
Paria
Puerto Piritu

Vietnam

Bali – die Insel der Götter

Land und Leute

Die Insel der Götter gehört zu den beliebtesten Reisezielen Südostasiens. Geografisch gehört Bali zu Indonesien und liegt zwischen Java und Lombok. Die westlichste der kleinen Sunda-Inseln ist von Norden nach Süden 95 km lang und in der West-Ost-Ausdehnung sind es 145 km. Zu Bali gehören noch die kleinen Inseln Nusa Penida, Nusa Lembongan und Nusa Ceningan. Die Hauptstadt heißt Denpasar, in deren Nähe befindet sich auch der Internationale Flughafen (DPS). Das touristische Zentrum liegt im Süden der Insel, hier findet man auch die schönsten Strände. Bali ist die einzige hinduistische Insel Indonesiens, die Religion bestimmt hier das Leben. Religiöse Zeremonien sind die Grundlage jeder Dorfgemeinschaft. Allein die Vorbereitungen einer solchen Feierlichkeit dauern mehrere Tage. Die Dorfstraßen werden mit gebogenen Bambusstangen geschmückt. Die Menschen sind festlich gekleidet, sie tragen ihre schönsten Sarongs. Von den Frauen werden Opfergaben in einem prachtvollen Zug zum Tempel gebracht. Der Duft von Räucherstäbchen liegt in der Luft. Aber auch Musik und anmutige Tänze dürfen bei einem solchen Fest nicht fehlen. Dass die Balinesen ein sehr gläubiges Volk sind, zeigt sich auch in den über 30.000 Tempelanlagen. Jedes Dorf hat mindestens drei Tempel, den Ursprungstempel, den Tempel der großen Ratsversammlung und den Todestempel. Vor den Hauseingängen sieht man liebevoll dekorierte Opfergaben in kleinen Körbchen aus Palm- oder Bananenblättern. Farbenfrohe Tempelfeste und Prozessionen gehören zum Alltag, die Menschen leben noch in ihrem Glauben an Götter und Dämonen. Ursprünglich religiös motiviert ist auch der Hahnenkampf, der sich aber mittlerweile zum Volkssport entwickelt hat. Die Landschaft Balis wird nicht nur von Reisterassen und üppigen Wäldern geprägt. Auch die Vulkane und Kraterseen bestimmen das Bild der Insel. Tropische Blüten bilden zwischen dem Grün wunderschöne Farbtupfer. Als Nutzpflanzen werden neben dem Reis auch noch Früchte, Gemüse, Kaffee, Kakao und Tabak angebaut.

Klima und Reisezeit

Das Klima auf Bali wird durch die Monsunwinde geprägt, es gibt nur zwei Jahreszeiten, die Regen- und die Trockenzeit. Regen fällt von November bis März, dann muss man auch mit einer Luftfeuchtigkeit von 95 % rechnen. Die Trockenzeit dauert dann bis Oktober, in Ostbali sogar bis Dezember. Eine angenehme Reisezeit für Bali ist der europäische Sommer, dann ist dort auch Hochsaison. Die Temperaturen liegen ganzjährig bei etwa 30 Grad, im Bergland ist es allerdings etwas kühler.

Balinesische Spezialitäten

Eines der beliebtesten Gerichte sind die Satespieße, die aus unterschiedlichen Fleischarten oder aus Fisch zubereitet werden. Dazu wird eine würzige Erdnusssoße gereicht. Babi Guling ist eine balinesische Spanferkelspezialität, in den meisten Restaurants bekommt man sie nur auf Vorbestellung. Nasi Goreng ist gebratener Reis, der mit Krabben, Huhn, Fisch oder Gemüse angereichert wird. Mie Goreng sind gebratene Nudeln, die ähnlich zubereitet werden. Gado-Gado ist ein Gemüsegericht, das mit Erdnusssoße und hart gekochten Eiern serviert wird.

Unsere Reise

Bali stand auf unserer Wunschliste immer ziemlich weit oben. Nach unserer Australien-Rundreise 1996 hatten wir vier Tage Strandurlaub in Nusa Dua. Wir haben damals nur einen kurzen Ausflug zum Tempel Pura Luhur Ulu Watu gemacht, mehr haben wir von Bali nicht gesehen. Im September 2008 sollte es dann losgehen, wir wollten auf keinen Fall in die Touristengebiete im Süden der Insel. Es wurde fleißig im Internet recherchiert und ich entdeckte, dass es auf Bali auch gute Möglichkeiten zum Schnorcheln gab. Dabei weckte der kleine Ort Amed in Ostbali unser Interesse. Es gab dort etliche kleine Bungalowanlagen, wir mögen so etwas lieber als riesige Hotels. Wir entschieden uns für das Hotel Amed Cafe  und buchten den Flug bei der Singapore Airlines. Am 31. August starteten wir dann ab Frankfurt, drei Urlaubswochen lagen vor uns. Zunächst ging es bis nach Singapur, dort hatten wir drei Stunden Aufenthalt. Aber in dem Flughafen ist es kein Problem, sich die Zeit zu vertreiben. Es war zwölf Jahre her, dass wir über Singapur nach Australien geflogen sind und wir konnten nur staunen, was sich alles verändert hat. Dann kamen wir in Denpasar an, wo wir von einem Fahrer unseres Hotels abgeholt werden sollten. Wir haben diese Art des Transfers schon öfter organisiert und es hatte bisher problemlos geklappt. Wir hielten eine zeitlang Ausschau nach jemand, der ein Schild mit unserem Namen hat, aber es wurde uns klar, dass niemand da war, um uns abzuholen. Dann sprach uns ein freundlicher Taxifahrer an, wir schilderten ihm unsere Lage und er ließ uns noch durch die Flughafeninformation durchrufen. Als sich danach niemand meldete, baten wir ihn, uns zu einem Hotel zu bringen. Wir tauschten schnell noch etwas Geld und dann ging es los. Er fuhr uns zu einem Hotel in Kuta, wir wurden dort freundlich empfangen und unser Eindruck war sehr positiv. An der Hotelbar konnten wir uns erst mal mit einem kalten Bier erfrischen, unser Zimmer war in Ordnung und wir konnten eine angenehme erste Nacht auf Bali verbringen. Am nächsten Morgen riefen wir dann in unserem Hotel in Amed an, man hatte sich mit dem Datum geirrt und uns wurde mitgeteilt, dass der Fahrer sofort starten würde und mittags bei uns sei. Wir haben es dann positiv gesehen und fanden es letztlich schöner, die zweieinhalbstündige Fahrt tagsüber zu erleben statt spätabends. Da wir noch Zeit hatten, haben wir uns die Umgebung des Hotels angeschaut, es war nicht allzu lebhaft, aber doch etliche Hotels, Restaurant, Geschäfte und Reiseagenturen. Für einen längeren Aufenthalt hätte es uns dort nicht gefallen.


Amed und unser Ausflug nach Tirtagangga

Die ersten Tage haben wir teilweise am Strand verbracht, die Schnorchelmöglichkeiten waren einfach Spitze! Direkt vor dem Hotelstrand ist ein wunderschöner Korallengarten. Hier fanden wir noch eine intakte Unterwasserwelt! Aber nur auf der Liege faulenzen wollten wir nicht, sondern auch unseren Urlaubsort kennen lernen. Amed besteht aus einigen kleinen Hotels und Bungalowanlagen, Tauchshops und Warungs, so heißen auf Bali die einfachen, landestypischen Restaurants. Am Strand lagen Fischerboote, die ein malerisches Bild boten. Im Dorf wurde auch ein wenig Landwirtschaft betrieben. Die traditionelle Salzgewinnung hat hier eine wichtige Bedeutung. Das Salz wird durch einen einfachen Verdunstungsprozess gewonnen, wie schon seit Generationen. Nach dem ersten Spaziergang war uns klar, dass wir den richtigen Urlaubsort gewählt hatten. Unser Hotel hatte eine Reihe von Ausflügen im Angebot und wir entschieden uns für die Ostbalitour. Sie führte uns als erstes an den wunderschönen Reisterassen  vorbei. Dass es so viele Grüntöne gibt! Die Landschaft sah aus wie hingemalt! Wir haben immer wieder angehalten, um Fotos zu machen. Unser erstes Ziel war Tirtagangga  (heiliges Wasser vom Ganges). Der königliche Wasserpalast wurde 1947 vom letzten König von Karangasem erbaut. Wir wurden von einem freundlichen Guide angesprochen, der uns viel über Tirtagangga erzählt hat, ich hatte den Eindruck, er kannte jede einzelne Statue und jede Blüte. Er erklärte uns, dass bei den Vulkanausbrüchen sehr viel zerstört worden ist, der letzte Ausbruch war 1963. Vieles ist aber restauriert worden, einige Figuren waren aber noch gut erhalten. Es war ein angenehmer Gang durch die Anlage mit den verschiedenen Wasserbecken, die Atmosphäre war still und friedlich. Ringsherum wuchsen viele tropische Pflanzen, der Guide hat uns einige gezeigt und erklärt. Meine Lieblingsblume, die Heliconia, konnten wir auch bewundern. Hinter dem Wasserpalast ging es in die Reisfelder, dort konnten wir einen herrlichen Spaziergang genießen, das Umland von Tirtagangga ist wunderschön. Der Guide hat uns auch einiges über den Reisanbau erzählt, wir konnten aber auch aus der Nähe sehen, wie hart die Menschen hier in der Landwirtschaft arbeiten. Was für uns schön aussieht, bedeutet schwere körperliche Arbeit.

 

Amlapura und der Königspalast

Die nächste Station unserer Tour war die Bezirkshauptstadt Amlapura. Dort konnten wir einen sehr ursprünglichen Markt erleben. Wir waren sehr froh, dass wir unsere Fahrer voran ging, sonst hätten wir uns in dem Gewirr glatt verlaufen. Es war kein Touristenmarkt, die Einheimischen kauften dort ihre Waren für den täglichen Bedarf ein. Wir haben eine interessante Frucht entdeckt, dunkel mit einer rauen Schale. Uns wurde erklärt, dass diese Frucht „Salak“ heißt. Das helle Fruchtfleisch schmeckte sehr lecker, ein wenig wie Aprikose. Nach dieser Stärkung ging es zum nächsten Köngispalast in Amlapura, dem Puri Agung. Besonders beeindruckend fanden wir den Eingangsbereich, wir konnten viele Bilder der königlichen Familie betrachten. Dann schauten wir uns in der Nähe von Amlapura noch einen königlichen Wasserpalast an, den Puri Taman Ujung. Die weitere Strecke zog sich über eine Bergstraße in Richtung Sereya, wir durchquerten kleine ursprüngliche Dörfer, die Straßen waren kurvig und teilweise sehr eng. Unseren Fahrer konnten wir nur bewundern! Dann ging es wieder in Richtung Küste, wir sahen einen menschenleeren Strand und eine kleine Felseninsel. Sie heißt Gili Selang. Zum Abschluß unserer Tour gelangten wir über den kleinen Ort Lipah zurück nach Amed. Da gibt es noch einen Aussichtspunkt, wir haben einen wunderschönen Blick auf den Strand mit den Fischerbooten. Den Abend haben wir in einem kleinen Warung neben unserem Hotel verbracht. Wir probierten zum ersten Mal Babi Guling, das ist balinesisches Spanferkel. Ich hatte davon im Reiseführer gelesen und war gespannt, wie es zubereitet wurde. Uns wurden eine sehr knusprige Schwarte, eine Schweinefleischspieß und Scheiben von dem Fleisch serviert, dazu eine tolle Soße und den obligatorischen Reis. Als Nachtisch gibt es auch etwas Besonderes und zwar schwarzen Reispudding, er schmeckte sehr interessant. Zur Unterhaltung gab es Gitarrenmusik, die Stimmung war einfach schön! Der Gitarrespieler sprach uns dann an, ob wir mit ihm eine Tour machen wollten. Das wollten wir sehr gerne, mit ihm sollte es dann nach Ubud gehen.

Unser Ausflug nach Ubud

Nach einigen erholsamen Tagen am Strand sollte es nach Ubud  gehen. Ich hatte schon einiges darüber gelesen und erfahren, dass der Ort als das künstlerische Zentrum Balis gilt. Der Guide, den wir im Restaurant neben dem Hotel kennen gelernt hatten, holte uns pünktlich ab und dann ging es los über Amlapura, Candi Dasa und Klungkung. Je weiter wir ins Inselinnere gelangten, desto vielfältiger wurde die Landschaft. Nach den herrlichen Reisterrassen sahen wir hohe Bananenstauden und zahlreiche Palmen. Dass wir in die Nähe Ubuds kamen, merkten wir schon an den vielen Schnitzereien und kunsthandwerklichen Werkstätten. Im Ort angekommen, haben wir erst mal ein wenig auf dem Markt gestöbert. Dann haben wir einen Bummel durch die Stadt gemacht. Obwohl wir es etwas rummelig fanden, waren die vielen Ateliers und Kunsthandlungen schon interessant. Kunstinteressierte können hier sicherlich mehrere Tage verbringen! Wir haben uns dann noch den Fürstenpalast Puri Saren angesehen, dann wollten wir weiter zum Affenwald. Am Eingang war auch hier etwas Betrieb mit Ständen und Händlern, das ist halt überall so, wo Touristen hinkommen. Die Affen waren ganz lustig, es waren viele Affenkinder zu sehen. Aber echt sehenswert fanden wir den riesige Banyan-Baum im Zentrum des Waldes. Es gab natürlich auch einen kleinen Tempel und einen Badeplatz mit einer heiligen Quelle. Als nächstes hatten wir dann die Elefantenhöhle Goa Gajah auf unserem Programm, die nicht allzu weit von Ubud entfernt liegt. Es ging einige Stufen hinunter und wir konnten im Eingangsbereich vor der Höhle den Wasserplatz mit seinen schönen Skulpturen bewundern. Am Eingang empfing uns ein uriges Steinmonster, innen konnten wir eine Statue von Ganesha, dem Elefantengott, sehen. Uns wurde erzählt, dass sich in früheren Zeiten die Mönche in die Höhle zum Meditieren zurückzogen, ein Ort der Andacht. Auf dem Rückweg wollten wir uns noch in Klungkung den Königspalast Taman Gili anschauen. Er liegt im Zentrum der Stadt, gleich gegenüber befand sich ein großer Parkplatz. Es war viel Verkehr und es war für uns etwas abenteuerlich, die andere Straßenseite zu erreichen. In der Anlage konnten wir die Gerichtshalle mit ihren wunderschönen Deckenmalereien bewundern. Da hätte man Stunden verweilen können, um alle Details zu betrachten. Es gab auch noch verschiedene Pavillons mit Lotusteichen zu sehen. Somit bekamen wir einen kleinen Einblick in die Vergangenheit Klungkungs, das auch als Semarapura bekannt ist. Während der Weiterfahrt nach Amed konnten wir viele Zeremonien sehen. Unser Guide erklärte uns, dass es meistens Verbrennungszeremonien sind, das ist hier ein farbenprächtiges Fest.

Tempel Besakih

Auch nach dieser Fahrt waren wir wieder voller Eindrücke, die wir erst mal verarbeiten mussten. Den Abend verbrachten wir im Hotelrestaurant, das Essen fanden wir sehr gut und es hatte eine schöne Atmosphäre. Die nächsten Tage waren mit Strand und Schnorcheln ausgefüllt oder bummelten durch den Ort. Wir entdeckten einen Warung, der direkt am Meer lag. Wir gingen auch mal gerne am späten Nachmittag dort hin, denn uns bot sich ein traumhafter Blick auf den Gunung Agung. Der nächste Ausflug sollte uns zum Batursee führen. Auch darüber hatte ich schon einiges gelesen und war gespannt auf die landschaftlichen Schönheiten. Auf dem Weg dort hin liegt Besakih, die größte Tempelanlage der Insel. Wir fuhren durch ein festlich geschmücktes Dorf und unser Fahrer erklärte uns, dass am Vortag eine Zeremonie stattgefunden hätte. Er hielt an, damit wir uns den Festplatz aus der Nähe anschauen konnten. Dann erzählte er uns, dass es eine Verbrennungszeremonie gewesen, sei an der rund 500 Personen teilgenommen hätten. Die Religion bestimmt das Leben der Balinesen, auf der Insel gibt es die größte hinduistische Gemeinschaft außerhalb Indiens. Feste und Rituale spielen eine bedeutende Rolle, nach dem balinesichen Glauben ist der Tod nicht das Ende, sondern ein Anfang. Somit ist die Verbrennungszeremonie das wichtigste aller Feste für die Menschen auf Bali. Dann ging es weiter nach Besakih, dem Muttertempel aller balinesicher Tempel. Er liegt an einem Ausläufer des Gunung Agung und ist das bedeutendste Heiligtum der Balinesen. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Tempel, sonder um eine Anlage, die etwa 200 Gebäude umfasst. Sie wurde im 8. Jahrhundert gegründet. Aber es gab leider wie bei allen bekannten Sehenswürdigkeiten viele Verkaufsstände, wir wurden auch gleich bedrängt, etwas zu kaufen. So etwas mögen wir überhaupt nicht! Ein Guide kam natürlich auch auf uns zu, wir bekamen noch Sarongs und kann konnte es losgehen. Eintritt wurde, wie bei fast allen Sehenswürdigkeiten auf Bali, nicht verlangt. Über eine Spende war man aber erfreut. Die gesamte Anlage war beeindruckend! Jedes Fürstengeschlecht und jede Dorfgemeinschaft hat ihren eigenen Tempelbezirk, zu dem Schreine und Altäre gehören. Es geht zunächst etwas bergan zum Pura Panataran Agung, das ist der große Staatstempel und er ist Shiva geweiht. Er besteht aus rund 60 einzelnen Bauwerken. Zusammen mit seinen Nachbartempeln Pura Batu Madeg, der Vishnu geweiht ist und Pura Kiduling Kreteg, in dem Brahma verehrt wird, bildet er die göttliche Dreieinigkeit Trimurti. Dann teilt sich der Weg, es geht höher hinauf und der Ausblick ist fantastisch! Über einen Rundweg konnten wir dann an weiteren sehenswerten Gebäuden vorbei und kamen so zum Parkplatz. Die Anlage fanden wir beeindruckend, aber so touristisch hatten wir es uns nicht vorgestellt. Während der Führung wurden wir von dem Guide bedrängt, Geld zu "spenden". Um uns Diskussionen zu ersparen, haben wir dies auch gemacht. Es ist ja Urlaub und dann will man keinen Stress. Das haben wir aber sonst nirgendwo auf Bali so erlebt und ich habe es nach dem Urlaub auch im Internet gelesen, dass es dort wohl so üblich ist. Die Anlage gehört wohl zum Ausflugsprogramm zahlreicher Anbieter, es gibt aber auch auf Bali eine Vielzahl an Guides, mit denen man für ca. 30 Euro pro Tag solche Touren unternehmen kann. Es ist die größte und bedeutendste Tempelanlage der Insel, es hat uns nur etwas gestört, dass es dort doch recht touristisch zugeht. Es gab viele Verkaufsstände und wir wurden auch etwas bedrängt, um zu kaufen.

Der Batursee und der Vulkan Gunung Batur

Die Fahrt zum Batursee führte uns durch eine bezaubernde Landschaft. Wir sahen Palmen und hohe Bambussträucher, aber auch Gemüse- und Obstanbau. In dieser Gegend wachsen auch die Salakfrüchte, die wir in Amlapura auf dem Markt schon kennen gelernt haben. Hier werden sie an den Straßenständen verkauft, wir nehmen uns auch welche mit. Bald schon merken wir, dass der Gunung Batur nicht mehr weit entfernt ist. Wir sehen viele Steinmetzbetriebe, die das Lavagestein verarbeiten. Der Gunung Batur gehört auch zu den tätigen Vulkanen Balis. Dann kamen wir an den ersten Aussichtspunkt und konnten den Batursee betrachten. Die Strecke führt uns rund um den See und bietet immer wieder neue wunderschöne Ausblicke, auch auf den Gunung Batur. Die gewaltigen Lavafelder zeigen uns, dass es sich hier um einen sehr aktiven Vulkan handelt. In Penelokan haben wir einen weiteren Halt, der Name des Ortes bedeutet "schöne Aussicht" und er trägt ihn auch zu Recht. Der See liegt tief unter uns, wir sehen malerisch kleine Dörfer und am Ufer liegen Boote, die von oben wir Spielzeug wirken. Unser Guide zeigt auf eins der Dörfer und erklärt uns, es sei das Bali-Aga-Dorf Trunyan. Hier würden die Menschen noch nach alten Traditionen und bestimmten Regeln leben. Zum Mittagessen bringt er uns in ein Restaurant mit Blick auf den See. Hier ist ein Lokal neben dem anderen und es kommen natürlich auch wieder Händler auf uns zu. Uns stört das aber nicht, wir genießen unser Essen und die herrliche Aussicht. Danach geht es zurück nach Amed in unser Hotel, während der Rückfahrt erfreuen wir uns mal wieder an der schönen abwechslungsreichen Landschaft. Der Batursee gehört zu den größte Vulkanseen der Welt. Er ist fast 100 m tief, 140 qkm groß und hat eine Temperatur von etwa 20 Grad. Er ist durch vulkanische Aktivitäten vor Millionen von Jahren entstanden. Er liegt in der 10 km breiten und 13,5 km langen Caldera des Vulkans Gunung Batur. Der halbmondförmige See nimmt etwa ein Drittel des Kraters ein. Das Wasser des Sees hat Trinkwasserqualität und der dient den Menschen, die dort leben auch als Trinkwasserquelle. Am See liegt der Ort Batur mit dem Tempel Pura Ulun Danu Batur, der zu den bedeutendsten Tempeln Balis zählt. Kedisan ist ein weiterer Ort am See, dort werden Touren mit Motorbooten angeboten. Der 1717 m hohe Gunung Batur ist zwar nicht der höchste, aber der aktivste Vulkan auf Bali. Allein in den letzten 200 Jahren gab es 20 heftige Ausbrüche, der schlimmste wer 1917, dabei starben mehr als 1000 Menschen und 2000 Tempel wurden zerstört. Die Hänge des Vulkans sind karg, es gibt wenig Vegetation. Lediglich an den Außenhängen wird etwas Landwirtschaft betrieben. Die wichtigste Einnahmequelle ist aber der Tourismus für die Region. Vom Dorf Toya Bunkah, einem Dorf an der Westseite des Sees, kann der Vulkan bestiegen werden. Man sollte allerdings früh starten, damit man nicht in die Wolken gerät. Rund drei Stunden sollte man für den Aufstieg einplanen.

Unsere Tour zum Bali-Dorf Tenganan und die Höhle Goa Lawah

Der nächste Ausflug sollte uns in eine völlig andere Welt entführen. Wir wollten das Bali-Dorf Tenganan besuchen. Dabei handelt es sich um eine strenge, konservative Gemeinschaft. So durften bis in die 60er Jahren ausländische Besucher nur mit einer Sondergenehmigung in das Dorf, das sieht heutzutage anders aus, das Dorf ist Besuchern zugänglich. Es ist den Bewohnern allerdings nicht erlaubt, jemanden aus einem anderen Dorf zu heiraten. In dem Fall muss er das Dorf verlassen. Das gesamte Dorfleben ist alten Regeln unterworfen und die Menschen haben noch Achtung vor ihren Traditionen. Das Dorf Tengangan ist berühmt für seine Korbwaren und Textilien. Wir hatten auch Gelegenheit, bei der Herstellung zuzuschauen. In getrocknete Palmblätter wurden besondere Zeichen eingeritzt, dann wurde das Ganze eingefärbt und mit Bambusrohren zusammengefasst. Diese Art der Palmblatt-Manuskripte hat eine lange Tradition, so können ganze Geschichten aufgezeichnet werden. Bei dem Rundgang durch das Dorf konnten wir den Marktplatz, den Tempel und die Versammlungshalle sehen. Dann ging es weiter zu der Fledermaushöhle Goa Lawah Wir hatten großes Glück, im Tempel vor der Höhle fand eine Zeremonie statt. Wir bekamen den üblichen Sarong und durften dann hineingehen. Unser Guide sagte auch, dass wir fotografieren dürften. Es war mehr als beeindruckend, alles war wunderschön geschmückt.


Padang  Bai und die Blue Lagoon

Nach diesem Erlebnis fuhren wir weiter nach Padang Bai, dort wollten wir in der Blue Lagoon schnorcheln. Eine war eine schöne Sandbucht und wir fanden es echt toll, mal wieder durch Sand zu laufen, denn in Amed ist der Strand steinig. Leider war es etwas wellig, zum Schnorcheln nicht gerade optimal. Aber zum Schwimmen fanden wir es sehr schön! Dann sind wir durch den Ort gebummelt, Padang Bai hat uns gut gefallen. Die Bucht mit den vielen Booten bietet ein hübsches Bild. Wir fanden es auch nicht so sehr touristisch wie Candi Dasa, das wir uns auf der Rückfahrt noch kurz angeschaut haben. Hier hat uns besonders der Strand enttäuscht. Dann ging es wieder an den Reisterrassen vorbei nach Amed, wo wir die letzten Tage mit Faulenzen und Schnorcheln verbrachten. Es hieß Abschied nehmen vom Hotel und von Amed, der Fahrer des Hotels brachte uns nach Kuta, wo wir die letzte Übernachtung gebucht hatten. Unser Flieger startete morgens um 9.15 Uhr, da hätten wir sonst mitten in der Nacht losfahren müssen. Wir fanden es so angenehmer und verbrachten einen entspannten letzten Urlaubstag. Bali war traumhaft!